TID und mehr (2005) - Die 50. TID - Slowakei 2

Aus KramerOnTour

Wechseln zu: Navigation, Suche

Zurück zu TID und mehr (2005) oder Die 50. TID, weiter mit Ungarn oder zurück zu Slowakei 1, zum Inhaltsverzeichnis oder zu weiteren Expeditionen.

16.07. Gabcíkovo - Komárno (48km)

TID2005_NachGabcikovo.jpg
  • km 1819 l Gabcíkovo, Zeltplatz
  • km 1771 l Komárno, Zeltplatz

Der Morgen bescherte uns die gleichen unbarmherzigen Mückenscharen wie die Nacht. Das Einpacken erfolgte entsprechend schnell. Das Einsetzen allerdings dauerte eine Weile, da die Gruppe mit einigen erst in Bratislava gestarteten Neulingen verstärkt worden war. Und die hatten unter anderem 2 nicht trennbar verbundene Kanadier dabei, mit denen sie zum Einsetzen die gesamte Einsetzstelle für etwa 30 Minuten blockierten. Was da so alles eingeladen werden muste...

Dafür ging die Donau bis zur Einmündung des Schifffahrtskanals so schön weiter, wie sie den Tag zuvor aufhörte. Verirrt haben wir uns zwar nicht, aber auch alle auf der Karte herausgesuchten Seitenwege verpasst. Wenn das im Delta auch so geht, dachte ich mir, dann Prost Mahlzeit! Aber die Sonne schien herrlich, das Wasser war spiegelglatt, Der Pegel sank offensichtlich und es gab Natur satt allüberall. Ach ja, das Leben ist schön!

Einiges änderte sich nun: Bei der Kilometrierung verzichtete die TID-Organisation auf die bisher üblichen 100m-Angaben. Das ist bei der Strombreite von mehreren hundert Metern sinnlos. Und beim Paddeln ebenfalls nicht mehr erwähnenswert, 500m mehr oder weniger, was soll es? Die letzten Staustufen lagen hinter uns, die Donau floss (mehr oder weniger) frei. Dadurch gab es auch keine so festen Zeiteinteilungen mehr wie bisher. Das Bummeln konnte zum Prinzip werden. Die Hochwasserbauwerke lagen oftmals weit hinter Bäumen und anderem Uferbewuchs, so dass der Eindruck eines völlig natürlich vor sich hin fliessenden Flußes entstand.

TID2005_Raketa.jpg
An der Einmündung des Schifffahrtskanals machten Karsten, Christian und ich eine Rast zum Einkaufen. Der erste slowakische Ort direkt an der Donau auf der heutigen Etappe war Sap. Das Anlanden an der Rampe eines vermutlich nicht mehr existierenden Betriebs war kinderleicht. Etwas überrascht hat uns dann die erste Begegnung mit der Raketa, dem Tragflächenlinienschiff. Selbst gegen den Strom schoss das Ding nur so an uns vorbei. Wahnsinn.

Dafür haben wir im Ort dann das beste Brot der ganzen TID bekommen. Da wir im Supermarkt keines bekamen, fragten wir die Verkäuferin. Und die holte eines aus dem Lieferwagen des Bäckers, der noch keine Zeit hatte auszuladen. Das war noch so heiss, dass sie es nicht halten konnte. Bis zu den Booten hatten wir schon einiges davon gegessen, so gut war das.

TID2005_Komarno.jpg
In Komárno, auf der ungarischen Seite Komarom, zelteten wir am Ortsrand neben einem Hotel. Zumindest stand das da dran. Hinter dem Hotel war ein Zeltplatz mit ein paar halbverfaulten Containern als Duschen und Toiletten. Erstaunlich, wie wenig darüber gemault wurde. So gar nicht typisch Deutsch, die Ruhe mit der das alles hingenommen wurde. Interessant.

Am Abend, kurz vor dem Dunkelwerden, tauchten noch Biff und Steve auf. Die Beiden waren in einem Zug von Bratislava bis nach Komárno gefahren, stolze 96km an einem Tag. Hut ab, damit hatte keiner gerechnet. Mir haben die ca. 50km pro Tag schon gereicht. <div style="clear:both" />

17.07. Komárno - Stúrovo (50km)

TID2005_VorSturovo.jpg
  • km 1771 l Komárno, Zeltplatz
  • km 1721 l Stúrovo, Zeltplatz

Mit strahlendem Sonnenschein und bester Laune ging es von Komárnos Eisenbahnbrücke los. Unterwegs waren einige dem wechselnden Wasserpegel angepasste Gebäude zu sehen. Man wird doch nicht etwa die Launen der Natur einfach als Gegeben hinnehmen? Wind kam auf von Achtern, also holte ich mal wieder die Fock hervor und vereinfachte das Paddeln mit dem Segel.

Das Anlanden in Stúrovo geschah unter Bäumen. Offenbar war hier sonst noch ein Uferstreifen zu finden, der jedoch unter Wasser lag. Hinter dem Damm stellten wir die Zelte auf dem Sportplatz der Lehrlingsschule der Zellulosefabrik auf. Im Schulgebäude gab es Essen. Wirkte alles sehr überdimensioniert, man konnte sich den wirtschaftlichen Niedergang regelrecht vorstellen.

TID2005_Estergom_Kathedrale_Nacht.jpg
Am Abend spazierten wir über die neue Grenzbrücke nach Estergom. Zum ersten Mal auf ungarischem Boden, nachdem wir fast 200km daran entlangpaddeln mussten. Die Brücke war erst vor kurzem wieder errichtet worden, nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde sie aus politischen Gründen nicht mehr wiederaufgebaut. Am Fuß des Hügels mit der Kathedrale fand ein Mittelaltermarkt statt, mit allerlei lustig Kurzweil. Oben von der Kathedrale aus war wunderbar das gesamte Umland zu sehen. Offenbar fand am anderen Ufer ein Konzert im Festzelt statt. Da waren wir dann auch nochmal.

Nachts wurde die Kathedrale schön angeleuchtet. Sehr beeindruckend. Wie man uns sagte, könnte man auf die Kuppel raufsteigen. Das wäre doch was für morgen... <div style="clear:both" /> Zurück zu TID und mehr (2005) oder Die 50. TID, weiter mit Ungarn oder zurück zu Slowakei 1, zum Inhaltsverzeichnis oder zu weiteren Expeditionen.

Persönliche Werkzeuge