TID und mehr (2005) - Die 50. TID - Slowakei

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13.07. Hainburg - Bratislava (15,7km)

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  • km 1883,5 r Hainburg, Zeltplatz
  • km 1867,8 r Dunajklub Kamzík Bratislava, Zeltplatz

Für morgens um 7 Uhr war eine Besprechung angesetzt. Wegen des hohen Wasserstandes war aller Schiffsverkehr auf der Donau untersagt, so durften auch wir nicht aufs Wasser. Da der Bootsclub in Bratislava uns für diesen Tag erwartete, wurden Busse organisiert. Bis zum Nachmittag waren 5 Busladungen mit Booten und Paddlern von Hainburg nach Bratislava gefahren. "Ab Bratislava wird alles besser".

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Einige der Paddler liessen es sich nicht nehmen, auf bessere Lage zu warten. Unter ihnen Falk, Biff, Valerian und Jenny. Wir drückten ihnen die Daumen, dass die Sperrung nicht allzu lange dauern würde. Ich hatte mich mit Hanna in Bratislava verabredet, deshalb blieb ich nicht mit den anderen. Schöner wäre es gewesen.

Die Feierlichkeiten in Bratislava waren umwerfend. "Die beste Party der ganzen TID" wurde uns schon vorher gesagt. Und so war es auch. Ein halbes Dutzend Folklore-Gruppen, einige Redner, Lagerfeuer, Tanzmusik bis zum frühen Morgen und alle machten mit. Leider kam ich mit dem letzten Bus und verpasste so die Folklore-TänzerInnen. "Ab Bratislava wird alles besser".

Hanna konnte tatsächlich ihre Eltern überreden, zum Ruhetag in Bratislava zu sein. Welche Freude. Wir haben uns den ganzen Abend zusammen amüsiert, vor allem am Lagerfeuer. Steve fiel dabei fast rückwärts von der Bank. Trotz evtl. zeitlicher Probleme versprach Hanna, uns in Budapest eine Stadtführung zu geben. Schade, dass sie nur für den einen Tag in Bratislava war.

Und ob man es glaubt oder nicht: Sogar das Wetter war besser. Sonne hatten wir zwar noch immer nicht, aber es war deutlich wärmer geworden. Den Abend konnte man ohne Jacke draussen verbringen. "Ab Bratislava wird alles besser"! <div style="clear:both" />

14.07. Bratislava (Ruhetag)

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Schon wieder ein Ruhetag, Wien war noch nicht lange her und seither wurde praktisch nicht gepaddelt. Aber die Stadt ist es wert. Lange Zeit war Bratislava die ungarische Hauptstadt und entsprechend ist alles voll mit ungarischer Historie. Krönungskirche, Königsschloss und Altstadt haben wir uns angeschaut. Vom Schloss oben hat man einen wunderbaren Blick über die gesamte Stadt.
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Das moderne Bratislava ist eine Wohnstadt sozialistischer Machart. Highlight ist das UFO, das Brückenrestaurant auf dem Pfeiler der Hängebrücke über die Donau. Nach guter kapitalistischer Tradition kostet es natürlich Eintritt, um nur mal oben rundzuschauen.
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Den Nachmittag hatten uns die slowakischen Teilnehmer der TID-Vorfahrt zu einer Feier eingeladen. Das Ganze fand in einem anderen Bootsclub statt, wenige hundert Meter vom TID-Zeltplatz entfernt. Michail, Kwacko und der alte Herr und noch weitere Clubmitglieder stopften uns mit gegrillten Hähnchen, Salaten, Süßspeisen und selbstgemachtem Salzgebäck voll. Mehr als 20 Leute waren im Klubhaus versammelt, und alle wurden mehr als satt. Die Slowaken wissen einfach, wie man feiert.

Den Abend sind wir, Steve, Karsten, Christian und ich, nochmal in die Altstadt gezogen. In einem Strassencafé haben wir das vorbeiströmende Volk begafft und reichlich gelästert. Später sind wir noch in einer OpenAir-Diskothek eingekehrt, die unten an der Donau in einem Pavillion stattfand. Laut war's, gestunken hat's und lustiges Volk war da unterwegs. Die Slowaken wissen einfach, wie man feiert.

Und wo ich gerade dabei bin: Wir hatten den ganzen Tag über Sonnenschein. Angenehme Wärme und blauer Himmel. Am Vormittag trafen die Paddler ein, die die Freigabe des Flußes abgewartet hatten. Am steilen Ufer konnte man das langsam einsetzende Sinken des Wasserstandes sehen. "Ab Bratislava wird alles besser"! <div style="clear:both" />

15.07. Bratislava - Gabcíkovo (48,8km)

  • km 1867,8 r Dunajklub Kamzík Bratislava, Zeltplatz
  • km 1851,0 r Schleuse Cunovo
  • km 1843,0 r Schleuse Dunakiliti
  • km 1819,0 l Gabcíkovo, Zeltplatz

Am Morgen war das Wasser deutlich gefallen. Dennoch untersagte die TID-Organisation die Weiterfahrt, da die Schleusen wegen des Treibgutes unbenutzbar und alle Umtrage- oder Umgehungsmöglichkeiten zu gefährlich seien. Nach einigem Hin und Her erreichten einige Teilnehmer, dass sie erst am nächsten Tag weiterfahren werden. Die deutsche TID-Leitung kochte fast über vor Wut, musste aber diese Ausnahmen zulassen. So blieben Biff und Steve als einzige aus der deutschen TID-Gruppe in Bratislava. Den Bulgaren war das alles recht egal, sie sprangen ins Boot, bevor ein Offizieller sie aufhalten konnte. So geht's auch.

Die übrigen Teilnehmer luden die Boote wieder auf die Hänger und wurden zur Einsetzstelle hinter dem Wehr im alten Donauarm etwa in Höhe der Schleuse Dunakiliti gebracht. Die Strasse führte entlang der Staumauer und über die angeblich unpassierbaren Umtragestellen hinweg. Lauter Unmut entstand im Bus, als die Bilderbuchbedingungen zu sehen waren. Ein dickes Minus für die Organisatoren wurde verzeichnet.

Die Einsetzstelle war voller hektischer Betriebsamkeit. Eine Rampe war vorhanden, allerdings nicht ganz bis ins Wasser. Die letzten 2m ging es eine völlig verschlammte Treppe hinunter. Nebenan konnten die Boote über den Schlamm ins Wasser gleiten. Was für eine Schlammschlacht. Dazu erfreute uns die Wasserwacht mit Motorboot-Einlagen. Schöne hohe Wellen halfen uns beim Einsetzen und -steigen. Danke, ihr Helfer. Nach einem Funkspruch mit den Kollegen an Land fuhren sie endlich weg und wir konnten weiter einsteigen.

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Wer es ins Boot schaffte, konnte sich eines herrlichen Anblicks erfreuen. So unberührt wie hier im alten Donauteil war es bisher noch nirgends. Reichlich Abzweigungen und Inseln luden zum Verirren ein. Die fehlende Markierung eines Schifffahrtsweges trug ihren Teil dazu bei. Herrlich! Vor dem Ort Gabcikovo mündete noch ein bemerkenswert klarer Seitnarm in die Donau. Mehrere hundert Meter lang konnte man in klarem Wasser fahren, im völligen Kontrast zur schlammigen Hochwasserbrühe der Donau.

Der Zeltplatz war eine Wiese neben einem Materiallager der Wasser-Behörden. Ein kleiner Gasthof und viel Nichts. Wasser kam aus einem vom Militär gestellten Tankwagen. Karsten, Christian, Konrad und ich beschlossen, zum Baden den kleinen Seitenarm der Donau aufzusuchen. Erfrischung und Reinheit versprachen wir uns davon. Aber vor das Vergnügen setzen die Götter den Schweiss: Selbst mit leeren Booten war es sehr anstrengend, die Donau aufwärts zu paddeln. Dafür erfüllten sich unsere Erwartungen. Herrlich kühles, sauberes Wasser ganz für uns allein. Nach einer Stunde Baden fuhren wir entspannt und zufrieden zurück. "Ab Bratislava wird alles besser"!

Das Abendessen wurde in dem kleinen Restaurant ausgegeben. Die anschliessende Feier fand mehr für die Dorfbewohner statt. Die Beteiligung der TIDler war sehr gering. Wir blieben noch bis Sonnenuntergang, um dann herauszufinden, warum die erfahrenen TIDler den Ort auch Mückcikovo nennen. <div style="clear:both" /> Zurück zu TID und mehr (2005) oder Die 50. TID, weiter mit Slowakei 2 oder zurück zu Österreich 2, zum Inhaltsverzeichnis oder zu weiteren Expeditionen.

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