TID und mehr (2005) - Der Traum
Aus KramerOnTour
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Kanu-Fahren hat mich schon früh fasziniert. Lautlos gleitet das Boot ruhig über das Wasser, das Ufer zieht langsam vorbei, die Wasservögel schauen unruhig und neugierig auf das seltsame Tier auf dem Wasser. Seit der ersten längeren Tour mit einem Kanadier von Obernburg nach Offenbach steht für mich fest, dass ich nur so richtig Urlaub machen kann. Nach dieser nur 2-tägigen Tour in Offenbach aus dem Boot auszusteigen, liess mich etwas vermissen. Ich war süchtig danach. Infiziert. Ich begann vom Leben auf dem Fluß zu träumen.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich aus der Sehnsucht und der fixen Idee, irgendeinen langen Fluß am Stück runterzufahren, ein festes Vorhaben. Von Pubertät, Arbeitsstress und Beziehungen verdrängt, fristete das Vorhaben ein unbeachtetes Dasein in den hinteren Ecken meines Bewusstseins. Bis der Mann von meiner Cousine Angelika, Gerd, mir die Idee einer Kanadier-Tour durch das Hinterland des Guyana-Beckens präsentierte. Ich war sofort hellauf begeistert. Leider ist das Vorhaben gescheitert, aber das Boot blieb mir erhalten. Und ich erinnerte mich fortwährend an das Vorhaben.
Es brauchte noch ein paar Jahre, bis ich mit meiner damaligen Freundin das Boot wieder seiner Bestimmung zuführte. Wir haben ein paar schöne Urlaube damit verbracht, auf der Altmühl und der Mecklenburgischen Seenplatte. Aber immer nur kurz konnte das den Wunsch nach einer langen Reise im Kanu befriedigen. Und ich war immer auf einen Mitfahrer angewiesen. Ich unternahm mehrere Versuche, mit meinem Kanadier, einem Ally Tramp 15" Falt-Kanadier, allein auf Touren zu gehen. Aber das Boot ist nicht allein fahrbar. So verabschiedete ich mich schon innerlich von dem Traum, eine lange Reise im Kanu zu machen.
Bis zum Jahr 2003. Ich verbrachte Weihnachten allein zu Hause, und stöberte ein bischen bei eBay herum. Da fielen mir ein paar Dutzend uralter Flußkayaks auf. Ab 1 Euro. Ein Kayak war in meinen Augen nicht für längere Reisen geeignet. Aber um wenigstens alleine ein wenig Bootfahren zu können, wollte ich so ein billiges Uralt-Kayak mal testen. Ich ersteigerte ein Prijon-Slalom-Kayak mit Paddel. Schlechter Zustand, aber fahrbar. Abholen musste ich es in der Nähe von Zittau, knapp vor der tschechischen Grenze. Es lag dort noch Schnee, als ich das Boot auf mein Auto lud. Ich fuhr zum nächsten Gewässer, dass auf meiner Strassenkarte eingezeichnet war und bestieg dort das Boot. Es waren nur 2 Minuten, aber ich war glücklich wie lange nicht. Ein Boot, das ich allein fahren konnte.
Der Sommer 2003 war nicht nur sehr heiss, sondern auch sehr anstrengend für mich. Jede Gelegenheit, von Ende Februar bis Ende Oktober, nutzte ich zum Bootfahren. Ich würde mir also ein Reise-Kayak zulegen, entschied ich mich. Damit könnte ich meine Reisen machen. 2004 verbrachte ich dann auch damit, mich zu informieren und mein Boot zu nutzen. Im April stiess ich dann im Internet auf die Seiten der TID. Da war sie. Meine lange Reise im Kanu. Und ich würde nicht allein unterwegs sein. Das Ziel war gefunden. Der Traum ging endlich in Erfüllung.
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