Stralsund-Spaziergang (2007)
Aus KramerOnTour
Aus nicht ganz so erbaulichem Anlass musste ich am Dienstag, den 27.02.2007, dringend nach Stralsund. Mit dem Regionalexpress ist die Hansestadt in gut 20 Minuten zu erreichen. Der Termin war recht schnell abgehakt. Den freien Nachmittag spazierte ich durch die Stadt, wo ich nun schon mal da war. Das Wetter war zwar noch nicht so gut, aber das passte zu meiner Laune.
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Nach einem Mittagessen in einer Pizzeria schlenderte ich erstmal zum Marktplatz. Leider als Innenstadt-Parkplatz genutzt beeindruckt der Platz nur halb so sehr mit den umstehenden Prachtgebäuden. Einige wären auch besser hinter einer Sichtschutzwand aufgehoben, die Sanierung scheint hier nicht besonders zügig voranzugehen. Dafür gibt's gleich 2 HotDog-Stände im identischen Look auf etwa 25m Markt.
Ich nahm mir eine der Einkaufsstraßen vor, die vom Platz wegführen. Hier ist alles schon "konsumgerecht" hergerichtet. Ich entdeckte dort das "Wahlkampfbüro Dr. Angela Merkel, MdB" in einem unscheinbaren, blauen Haus. Bezeichnenderweise befindet sich im Erdgeschoss des Hauses eine Boutique der Marke "Billig und Hässlich". Ob die Bundeskanzlerin ihre Garderobe hier kauft? Es scheint zumindest stilistisch zu passen.

Weiter ging mein Weg mehr Richtung Hafen. Einkaufen wollte ich ja weniger. Ich ging so mehr der Nase nach und erreichte das Hafengebiet durch eine schmale Gasse, die an einer Brücke zu einem Inselchen endete. Bis ich den Strelasund erreichte spazierte ich über mehrere Anlegestege und Brücken. Und dann stand da so ein hässliches rundes Stahlmonstrum mitten zwischen den beschaulichen Backstein-Lagerhäusern. Das wird mal das Ozeaneum, supermodern in Stahl und Glas. Völlig unpassend, eingezwängt zwischen verfallenden 8-geschossigen historischen Gebäuden mit herrlichen Fassaden und Giebeln. Ein Jammer.

Über den Platz konnte ich die Gorch Fock erkennen, jenes riesige Stück Arbeit und Geschichte. Sieht schon beeindruckend aus, auch wenn es aus der Nähe sehr heruntergekommen wirkt. Da muss eindeutig mehr als nur ein bischen Farbe dran. Im ganzen Hafen wurde fleissig am Aufbau der Kulissen für den Film "Der Untergang der Wilhelm Gustloff" gearbeitet. Das Bordwand-Imitat stand schon fertig auf einem schwimmenden Ponton, die Fassadenverkleidungen aus Holz waren erst am Entstehen.
Ich bin dann zurück entlang der Hafenanlagen und verliess den Hafen auf der Ostseite. Hier lockten hübsche kleine alte Häuschen in noch hübschere kleine Gässchen: die Klosteranlage "Zum Heiligen Geist" ist schon fast 1000 Jahre alt. Ähnlich der Fugger-Stiftung in Augsburg sind innerhalb der Mauern Häuschen und Wohnungen für Bedürftige angelegt worden, die teilweise auch heute noch so genutzt werden. Gleich nebenan steht eine Festung, in der Napoleon sein Haupt auf ein Feldbett gebettet hat.
Weiter bummelte ich wieder in Richtung der Innenstadt, mir wurde langsam kalt. Auf dem Hinweg war ich an einem einladenden Café vorbeigekommen, dort machte ich es mir gemütlich. Bei einem Eisbecher wärmte ich mich auf und genoss den Ausblick auf die Hafenbecken. Dann ging ich nochmal meinen Geschäften nach, wegen derer ich nach Stralsund kam. Am frühen Abend brachte mich die UBB wieder zurück nach Hause.
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