Segeltörn Bodensee (2006)

Aus KramerOnTour

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Ein Spiel mit Segelschiffen. Die Sandbank-Crew von Yohoho! liess sich zu einem Segeltörn zusammenbringen, der eigentlich aus Beriel's Traum hervorging. Am Bodensee wollten wir uns also zur Traumerfüllung und für Real-Life-Bekanntschaft treffen.

Leider sagte Beriel schon im Februar ab. Private Gründe. Im April sagten dann Seebraut und Gunnar ab. Private Gründe, und Job-Schwierigkeiten. Ersatzleute konnte ich keine finden. Am letzten Tag vor der Abreise zog auch Ponder seine Zusage zurück. Das Studium rief lauter. Nunmehr allein machte ich mich zum Segeltörn am Bodensee auf.

Freitag, 19.05.

Mit der Bahn fuhr ich über Ulm mit hoch beladenem Fahrradanhänger ohne Fahrrad nach Langenargen. Vom Bahnhof waren es nur ein paar Kilometer zum Hafen, etwa 45 Minuten brauchte ich bis zum Büro des Vercharterers. Dank Hänger irgendwie deutlich anstrengender als gedacht.

Am Hafen angekommen, verliess mich der letzte Rest Lust. Es fehlte nur noch ein Kasten "Geld hier einwerfen", um das unterste Niveau von Abzockerei zu erreichen. Sowas von Massenabfertigung habe ich noch in keinem Yachthafen gesehen. Als der Vercharterer mir auch noch davon abriet, dass Schiff allein zu fahren, habe ich es erst gar nicht übernommen. Schade für das Geld.

Ich zog weiter zum angrenzenden Campingplatz. Dort wurde ich mit der gleichen "Geld hier einwerfen"-Freundlichkeit begrüsst, so dass ich nicht länger als nötig bleiben wollte. Eine Nacht für 13,90 EUR musste aber leider sein, weil ich nicht gleich zurückfahren wollte. Draussen "in der Natur" übernachten geht nicht, so was wie Natur gibt's da nicht. Also bin ich zur "Zeltwiese", einem mit ein paar Grashalmen bewachsenen Schotterfeld. Zelte sind auf Campingplätzen mittlerweile echt nicht mehr erwünscht.

Nach dem Zeltaufbau habe ich den Grill meiner Nachbarn auf der Wiese mitbenutzt und ein ausgiebiges Mahl genossen. Zum Verdauen bin ich nochmal durch den Hafen geschlendert, die Schiffchen angucken. Ganz wenig schönes Holz und reichlich hässliches Plastik überall. Im Dunkeln bin ich dann an der gegenüberliegenden Mole des Hafens angekommen. Draussen waren noch einige Segler unterwegs, Wind war gut dafür. Aber die Orientierung war sehr schwer, alles am Ufer war irgendwie hell erleuchtet, die Navigationslampen kaum zu erkennen. Etwas später war ich dann im Zelt.

Samstag, 20.05.

Nach einer langen warmen Dusche packte ich meine Sachen ein und machte mich auf den Weg nach Lindau. Etwa 15km zu Fuss, also sollte ich am Nachmittag Lindau erreicht haben. Mit Sonnenschein ging ich los, immer auf dem Seeufer-Wanderweg entlang. Nette Orte gibt's da schon, so etwas weg von den Touristen-Blöcken. In Nonnenhorn hätte ich fast auf einem Bauerhof angehalten, um ein Zimmer über den Winter zu mieten. Mal sehen, vielleicht fahre ich da nochmal hin und frage wirklich.

Gegen Mittag begann es dann zu regnen. Erst leicht, so dass die Regenjacke noch nicht lohnte. Bis nach Lindau war es dann aber so viel, dass ich Schuhe voll Wasser hatte. Im Bahnhof habe ich dann erstmal einen Kaffee getrunken, um mir die Finger etwas zu wärmen. Glücklicherweise ging gleich ein Zug Richtung Augsburg, auch wenn er wegen Baustelle nicht durchfuhr. Erschöpft kam ich ca. 19:30 zu Hause an.

Eigentlich sollten auch Sonntag und Montag mit zum Segelwochenende gehören. Den Sonntag reparierte ich den Computer von Bekannten, den Montag radelte ich zur Donau. So ging die Zeit auch vorbei...

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