Rügen-Querung (2007)

Aus KramerOnTour

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Am 25.03.2007 stand Karsten auf der Matte. Ich leide noch am Zeitreise-Jetlag, dachte ich zuerst. Aber er war es tatsächlich. Und wo er schonmal da war, zeigte er mir am 26.03.2007 schnell mal Rügen.

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Nach einem ausgiebigen Frühstück, also so um 13:00 Uhr, fuhren wir gen Rügen. Kap Arkona war unser Ziel, jene halb weggespülte Slawenburg, die dem vier-gesichtigen Gott Svantevit zu Ehren errichtet worden war. Aber bis dahin war es ein langer Weg. Einen Teil dieses Weges verbrachte ich damit, das Navigationssystem wieder so zum Laufen zu bringen, dass es ohne Murren auch den Weg zeigte. Da hatten wir zuvor wohl etwas zu Viel wegkonfiguriert an Karstens Laptop.

Einen ersten Zwischenstopp machten wir an der Seebühne in Ralswiek, auf der die Störtebecker Festspiele stattfinden. Nach Karstens Erklärung findet eine echte Seeschlacht mit eigens dafür gebauten Schiffen auf der Ostsee vor der Tribüne statt. Vom oberhalb der Naturbühne gelegenen Schlösschen konnte man gut in das Gelände einsehen. Wenn das alles in Aktion ist, ist das mit Sicherheit ein Spectaculum der Extra-Klasse. Wir hätten Boote mitnehmen sollen und von der Seeseite einfahren.

Kurz vor dem Ziel kehrten wir im kleinen Gasthof "Zur Post" ein, dessen Bedienung als Vorlage für den Begriff "Schneckenpost" gedient haben könnte. Aber gut und reichlich war es. Etwa 16:30 Uhr ging es endlich weiter nach Putgarden. Vor dem Ort muss das Auto abgestellt werden, auf einem großen, gebührenpflichtigen Parkplatz. Der einzige Weg in den Ort führt über einen mit Kommerz vollgestopften Platz, der Dank Nicht-Saison recht ruhig war. Hier möchte ich im Sommer nicht sein.

Die Wanderung zur Nordspitze Rügens war kurzweilig. Der Zugang zur Burg war zwar aus Sicherheitsgründen gesperrt, aber da wir schonmal da waren...genossen wir die touristenfreie Zone jenseits der dünen-ähnlichen Wallanlage. Im Innern sind noch reichlich Ruinen-Teile zu finden, die aber offensichtlich nicht alle aus der Slawenzeit stammen. Mangels Wall zur Küstenseite hat man einen herrlichen Blick auf die Ostsee. Wir schlenderten weiter zur Königstreppe, die das Steilufer hinunter zum Meer führt. Unten befindet sich eine historische Pegelanlage (die wir nicht sahen) und jede Menge Ostsee. Der Aufstieg war gutes Training. Nach einem kurzen Bummel über die Bunkeranlage rund um die Leuchttürme am Kap kehrten wir zum Auto zurück.

Auf dem Rückweg stoppten wir in Sassnitz, dem kleinen, mondänen Ort unweit der Kreidefelsen. Ein Spaziergang vom Hafen in die Altstadt verschaffte mir einen Eindruck von der vergänglichen Schönheit menschlicher Behausungen. Es gibt noch viel "Potential" für Verbesserung. Zum Abschluss fuhren wir im KdF-Seebad Prora vorbei, einem von den Nationalsozialisten geschaffenen Monument des Größenwahns. 5km lang, 6 Stockwerke hoch, fast 10.000 Zimmer, mit Quergebäuden für Treppenhäuser und sanitäre Anlagen: Eine echte Bettenburg mit Wänden so dick wie Bunkerwände. Das Ganze steht an einem schönen Strandabschnitt der Insel. Es gibt dort einige Versuche, wenigstens einen Teil des Komplexes für irgendwas zu nutzen (z.B. Museum, Künstlerateliers und Discothek), nachdem es die NVA/Bundeswehr nicht mehr tut. Da es unter Denkmal-Schutz steht werden wir noch lange Freude am Kraft-durch-Freude-Prototypen der modernen Bettenburg haben.

Da es nun schon dunkel wurde kehrten wir wieder nach Greifswald zurück.

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