Greifswald (2006)
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Das Vorhaben
Die allerneueste Expedition. Seit 1. Oktober 2006 überlebe ich im gefährlichen Osten. Bären, Wölfe und Pommeraner halten mich auf Trab. Nicht weit von hier hat das Meer seine Wellenberge stationiert. Im Süden ist die Ebene sehr löchrig, da ist ein Großteil immer landunter. Ohne Boot geht hier nix. Ob ich das überlebe? Michael 22:13, 8. Dez 2006 (CET)
Die Etappen
Etappe 1
Die Monate 0-3 (den Oktober war ich offiziell nicht hier) sind nun bald vorbei, ich lebe noch. Schwer angeschlagen von den Stürmen, den Hochwassern, den noch deutlich spürbaren 40 Jahren Zerfall der Infrastruktur und ebensovielen Jahren sozialistisch-bürokratischer Prägung der Ureinwohner friste ich mein Dasein. Unkraut vergeht nicht, so sagt man. Aber wirklich hart sind nur Flechten und Bakterien. Ich arbeite 16 Stunden am Tag an meinen Projekten, den Rest der Zeit verbringe ich mit Anpassung an die neue Umgebung. Dialektisch ist hier nichts anzupassen, der Ureinwohner hat das Platt schon lange abgelegt. Nicht mal Reste sind zu hören. Mein "Moin, Moin" führt zu Verwirrung, schliesslich ist bei den Anderen schon Mahlzeit. Aber die Umgangsweise miteinander ist deutlich different vom Bajuwarischen oder gar Offebacherische. Die rauhe Umgebung passt so gar nicht zu der Feinheit der Differenzierung. Wird mich noch eine Weile beschäftigen, das Thema. Michael 22:14, 24. Jan 2007 (CET)
Etappe 2
Die Monate 4 und 5 verbrachte ich mehr mit den Vorbereitungen für erneutes Nicht-Anwesendsein als mit Anpassung. Die Arbeit am Schiff unter den wachsamen Augen der Einheimischen waren nicht so sehr von Erfolgen gekrönt wie erhofft. Trotz intensiver Anstrengungen sind die konstruktiven gegenüber den destruktiven Tätigkeiten stark im Hintertreffen. Mit dem Erreichen eines Zielerreichungs-Tiefpunktes (noch mehr Boot abreissen bedeutet kein Boot mehr da) entschied ich mich zur Einstellung der Arbeiten für diesen Winter.
Im 6. Monat in der Fremde gelang mir eine kurze Flucht. Nach nur 5 Wochen musste ich zurückkehren, um weiter an meinem Business-Projekt zu arbeiten. So verging der Rest des 7. und der Großteil des 8. Monats Greifswald mit zurückgezogenem Arbeiten am Computer oder im Schiffsbauch eines befreundeten Kapitäns.
Die Monate 8,5 bis 11,5 verbrachte ich mit einem Vorstoss gen Süden und Westen. Ich erkundete über einen Monat lang das große Feuchtgebiet, dass Greifswald von der Zivilisation Berlins trennt. Nach einer Woche Resozialisierung in der Hauptstadt des Fremdstaates folgte ein weiterer Monat wilder Osten, diesmal im Süden jener Metropole. Ich musste erneut in Berlin eine Woche Zivilisation tanken, bevor ich mich entgültig für 2 Wochen in den Westen absetzte. Fast genau ein Jahr nach meinem ersten Kontakt mit Greifswald landete ich wieder an der heimischen Tastatur.
Mittlerweile ist der Monat 11 fast vorüber. So sitze ich am Beginn des Monates 12 von der unbarmherzig rauhen Natur geplagt als einsamer Vertreter meiner Sippe fest. Noch 6 lange Wochen wird es dauern, bis mich im Westen erneut ein Fixpunkt erwartet. Die vor mir liegenden Tage erscheinen mir schon heute endlos grau, habe ich doch weder fahrbares Boot noch Fahrrad zur Verfügung. Egal, dann werden eben endlich die Reisetagebücher ins Internet getippt und die Pläne für die Zukunft überarbeitet und veröffentlicht. Unkraut vergeht nicht. Michael 18:45, 28. Sep 2007 (CEST)
Etappe 3
Lang ist es her, das ich berichtete. Mittlerweile ist der 25. Monat angebrochen, auch wenn ich davon höchstens 10 tatsächlich hier war. Wie die Zeit vergeht. Kontakte habe ich mittlerweile einige hier im Raum. Auf die ursprüngliche Faszination für die feine Differenzierung in der Umgangsweise folgt die Ernüchertung: So fein sind die Differenzierungsschubladen auch nicht, es werden nur andere grobe Raster verwendet. Daran gewöhnt bin ich noch nicht, aber es irritiert mich nicht mehr.
Was war denn nun passiert die letzte Zeit? Da wären erstmal ein paar Hilfsarbeiten an der "Hanne-Marie" und der "Freundschaft" in der Museumswerft zu nennen. Daneben ergänzte ich den Katalog und verpasste dem Webauftritt meiner Kanureisen ein neues Look-And-Feel. Dann reiste ich zurück nach Bayern, um Freunden beim Bau ihres Hauses zu helfen. Das zog sich mehrere Monate hin, und gegen Ende habe ich mich auch noch verliebt. So richtig heftig.
Im März kehrte ich nach Greifswald zurück. In der Hauptsache bereitete ich meinen Sommer vor, half nochmal bei der Reparatur von "Hanne-Marie" und "Freundschaft" und vermisste meine Freundin. Und dann ging es im April wieder zurück nach Bayern. Zumindest erstmal.
Der Sommer steckte voller Action. Ende April reiste ich zum 1. Mai feiern. Eine Woche voller Spaß und alter Freunde. Danach gings kurz nach Offenbach zur Verwandschaft und wieder zurück nach Bayern. Es folgte die Kanutour der Outdoor-Seiten auf der Altmühl. Ein vergnügliches verlängertes Wochenende. Ende Mai folgte die erste kommerzielle Kanureise im Donau-Delta.
Da ich noch weitere Buchungen in Rumänien hatte, ich bei meiner Freundin in Bobingen bleiben wollte und es mir dort auch nicht langweilig war, blieb ich bis Ende Juni erstmal dort. Dann ging es durch das Eiserne Tor mit dem Kanu. Bis Ende August blieb ich in Bobingen, dann fuhr ich mit meiner Freundin und einer Gruppe zu einer Kanureise ins Donau-Delta. Nach der Rückkehr fuhren wir für ein paar Tage zur Hochzeit eines Freundes nach Offenbach.
Für mich folgte dann noch Anfang September die Erkundungstour am Somesch in Rumänien. Von dort kehrte ich Anfang Oktober ein letztes Mal nach Bobingen zurück. Am 11.10. schliesslich reiste ich mit viel Gepäck nach Greifswald. Die letzten 5 Wochen waren prall gefüllt mit Papierkram, einem Besuch meiner Freundin bei mir und dem Einhausen des Segelschiffes. Ich glaube, dem Schiff widme ich dann bald auch mal eine eigene Seite... Michael 23:14, 18. Nov 2008 (CET)

