Drachensteigenlassenversuchen (2006)

Aus KramerOnTour

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Es war Freitag, der 05.05.2006. Wind wehte beständig und die Sonne schien. Wind? Hatte ich nicht mal so einen kleinen Lenk-Drachen, einen Mini-Kite? Und wo, wenn nicht an der Lechstaustufe, würde hindernisfrei Wind wehen?

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Am frühen Vormittag schwang ich mich mit dem Lenkdrachen bewaffnet aufs Rad. Auf halbem Weg zur Lechstaustufe kam mir in den Sinn, ich könnte ja erstmal Michael und Martina in Oberottmarshausen besuchen. Also fuhr ich über Bobingen weiter nach Oberottmarshausen. Ziemlich genau zur Mittagszeit kam ich am Domizil der Beiden an.

Ich weckte Martina aus dem Mittagsschlaf, den sie mit ihren beiden Töchtern machte. Zum Dank bekam ich dafür ein nudeliges Mittagessen und einen Kaffee. Michael käme wohl erst später am Nachmittag von der Arbeit. So setzten wir uns eine Weile in die Sonne, bis die Kinder wach wurden. Das ruhige Sonnenanbeten wurde etwas unruhiger. Martina wollte dann zum Frisör, und ich fuhr rüber zur Lechstaustufe. Nicht ohne vorher das Versprechen abgegeben zu haben, am Abend nochmal vorbeizuschauen.

Immer schön an der Hauptstrasse entlang ging es zum Wasser. Irgendwo geht es da auch durch die Felder, einen kürzeren und schöneren Weg. Aber ich wollte nicht erst am Wasser ankommen, wenn der Wind endgültig weg war. Aber genau so war es schon. Als ich endlich an der Liegewiese im Westen des Sees ankam, war kaum noch Wind. Ich rollte meine Matte aus, und wartete auf Wind.

Ein Surfer lud gerade sein Surfbrett vom Fahrrad-Hänger. Das musste ich mir natürlich näher anschauen. Wir kamen ins Gespräch und der Wind wurde wieder etwas frischer. So verfrachtete der Surfer sein Brett ins Wasser, um zu seinem Bierchen beim Wucher-Wirt zu kreuzen. Und ich unternahm die ersten Startversuche mit dem Drachen.

Der Wind reichte natürlich für gar nichts. Ein Wenig abheben und sofort wieder zusammenfallen oder langsam rückwärts heruntergleiten. Immerhin war manchmal ein minutenlanges Fliegen möglich. Nach einer Stunde reichte es mir. Ich hockte mich ans Ufer, um auf mehr Wind zu warten.

Mittlerweile kam der Surfer zurück, er war mit dem wenigen Wind durchaus zufrieden. Kurz darauf kam ein Grabner Luftboot, ein aufgeblasenes 2'er-Kajak angefahren. Mit den beiden Insassen, Vater und Tochter, unterhielt ich mich eine Weile über das Paddeln, nicht-vereinsmeiernde Vereine und das Touren-Fahren an sich. Kurz vor 19 Uhr verabschiedete ich mich, um nochmal bei Michael und Martina vorbeizuschauen.

Die Beiden sassen im Hof ihres Anwesens, mit den beiden Kindern im Sandkasten. Der neue Mitbewohner, ein Arbeitskollege von Michael, tauchte dann auch noch auf. Martina und der Mitbewohner fuhren dann zum Fitness-Studio und liessen Michael und mich allein. Wir unterhielten uns angeregt bis in die Nacht hinein. Mir wurde das Sofa angetragen, weil man ja im Dunkeln nicht nach Hause fahren kann.

Früh am Morgen zum Frühstück fanden sich alle wieder im Hof ein. Michael war der Erste, geweckt von seiner Frau, als sie nach Hause kam. Dann wurden die Kinder aktiv, wodurch ich schliesslich aufstand. Vom Kaffee-Duft gelockt tauchte der Kollege wieder auf. Ganz zum Schluss wurde in familiärer Anstrengung auch Martina wiedererweckt. Schliesslich wollten die Kinder zur Oma, und zwar bald.

Nachdem Michael und Martina mit den Kindern abgefahren waren, machte auch ich mich auf den Heimweg. Kaum zu Hause angekommen, war es wie am Vortag: Wind, stetig wehend. Dazu Sonne. Also doch nochmal Drachen steigen lassen versuchen. Allerdings fuhr ich nicht bis zur Lechstaustufe, sondern nur bis in die Felder bei Inningen. 2 Stunden lang flog ich mehr oder weniger erfolgreich den Drachen. Als der Wind immer weiter abflaute, packte ich wieder zusammen. Immer an der Wertach entlang gings nach Hause zurück.

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