Bodensee (2005)

Aus KramerOnTour

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Nach der Reparatur des PakBoat scheinte die Sonne durch mein Wohnzimmerfenster. Das Wochenende stand vor der Tür und so musste ich einfach nochmal raus. Am Sonntag, den 13.11.2005, Volkstrauertag, fror ich mir die Finger am Paddel fest.

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Morgens um 6:37 Uhr sollte der Zug mich von Augsburg nach Lindau am Bodensee bringen. Da ich aber die Wochen vorher nie vor 10 Uhr aufgestanden bin, verschob sich die Abfahrt auf 8:37 Uhr. Bei Bodennebel gings ins Allgäu, in den Sonnenschein. Leider blieb's da auch bei. Am Bodensee war unsichtiges Wetter, diesig und tiefhängende Wolken. Um 11:20 stand ich mit meiner Tasche auf dem Zielgleis.

Vom Bahnhof aus ist es nicht weit zum See, aber eine geeignete Einstiegsstelle ist etwas weiter. Man geht rechts am Bahnhofsgebäude vorbei (nicht hindurch), dann am Hafen vorbei und rechts um das Gelände herum. Nach der nächsten Rechtskurve steht ein kleines Türmchen am Ufer. Daneben ist eine Wendeltreppe runter zum See. Hier ist bei jedem Wasserstand ein bequemer Start möglich.

Beim Aufbau wurden mir die Finger schon verdächtig kalt. Ein älterer Herr schaute mir beim Aufbauen zu und wir unterhielten uns dabei. Er interessierte sich sehr für eine Möglichkeit, abends mal ein Wenig zu rudern oder paddeln. Das Boot gefiel ihm so wie mir. Er half mir dann auch, das Boot ins Wasser zu bringen. Um 12:15 ging's dann endlich los.

Viel Wasser hatte der See leider nicht. Breite Streifen entlang des Ufers waren Flachwasserzonen. Dazu gesellten sich unheimlich viele Treibhölzer, die das befahren in Ufernähe zu einem risikoreichen Erlebnis machten. Bin öfter aufgesetzt, zum Glück ohne Schäden. Am Ufer herrschten Kiesbänke unter Steinmauern mit viel Treibholz vor. Die Insel, auf der der Bahnhof Lindau liegt, konnte ich nicht umrunden. Die Tunnel unter dem Bahndamm waren fast trocken. So tastete ich mich gen Westen immer am Ufer entlang bis nach Wasserburg. Einige nette Hütten stehen da, so richtige kleine Schlösser. Natürlich alles bereits eingewintert, die Bootsanlegeplätze abgeräumt und versperrt.

In Wasserburg habe ich am Gastanlieger festgemacht und bin ins Schlosshotelrestaurant eingekehrt. Es war das einzig geöffnete Gasthaus dort. War mir aber egal, ich brauchte dringend was Warmes zu essen. Flädlesuppe und Kaffee habe ich mir geleistet. Danach ging's gleich weiter nach Westen.

Bin nicht mehr allzuweit gefahren, weil ich ja auch noch zurückkommen wollte, solange es hell war. Gegen 15:00 Uhr habe ich umgedreht und den kürzesten Weg zurück eingeschlagen. Weit voraus sah ich dann einen anderen Paddler fahren. Wie kann man nur so bekloppt sein, bei so einem kalten Wetter auf dem Bodensee herumzufahren?

Dann kam die Sonne. Für etwa eine halbe Stunde wurde es angenehm warm. Mit dem Wind im Rücken bin ich dann an meiner Anlegestelle vorbei auf die Ostseite der Insel Lindau. Dort habe ich nochmal bei der BYL, der Bodensee-Yachtschule-Lindau, festgemacht und mir Infomaterial über das Bodenseeschifferpatent besorgt. Eine Theorie-Ergänzungsprüfung mit viel Revierkunde ist da fällig. Mal sehen, ob ich das dann 2006 mache.

Der Rückweg war recht beschwerlich, es wurde allmählich richtig kalt. Mit steifen Fingern bin ich aus dem Boot gekrabbelt. Das Zerlegen des Kayak dauerte entsprechend etwas länger. Mit dem letzten Tageslicht bin ich zurück zum Bahnhof. Um 20:55 Uhr kam der Zug endlich in Augsburg an.

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