Bamberg-Offenbach-Rüdesheim (2005)
Aus KramerOnTour
Dieser Artikel wird gerade bearbeitet! --Michael 23:59, 12. Okt 2005 (CEST)
Nach der TID (2005) war ich nur ein paar Tage zu Hause. Biff, eine Mitpaddlerin der TID, wollte noch von Kelheim nach Rotterdam. Da ich sowieso nach Offenbach musste, habe ich mich zu einer weiteren Bootsfahrt entschieden. Allerdings diesmal völlig spartanisch, nur das Nötigste war im Boot. Und als Boot musste das etwas angeschlagene PakBoat Puffin Kayak herhalten, weil ich den Klepper auf dem Bootswagen noch nicht allein bändigen kann.
Nach ein paar Tagen Familie in Offenbach bin ich noch zu Markus nach Aulhausen (bei Rüdesheim am Rhein) gefahren. Eigentlich wollte ich ja hinpaddeln, aber nachdem das Boot die Eigenschaft "Falt-" eingebüsst hatte, konnte ich es nicht mehr aufbauen.
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Montag, 19.09.
Mit dem Zug ging's nach Bamberg. Ich musste trotz der kurzen Strecke 2x umsteigen. Ging aber gut mit dem Boot auf dem Wagen, die Paddel als Schiebegriff drangebunden. Dazu hatte ich noch einen Rucksack auf dem Rücken und eine halbvolle RackPack-Tasche umgehängt. Trotz Minimalismus irgendwie recht viel.
Biff holte mich am Bahnhof ab, und wir gingen dann den hoffentlich kürzesten Weg zum Faltboot-Club. Der Transport ging recht einfach, auch nach 10 Minuten zu Fuß war alles noch ganz angenehm zu schieben und tragen. So muss das sein. Der Faltboot-Club hat einen wunderbaren Zeltplatz, aber im Sommer ist er bestimmt sehr voll. Das Zelt habe ich das erste Mal im Dunkeln aufgebaut, ging aber natürlich problemlos. Zum Abendessen haben wir uns ins Clubhaus gesetzt, schon wegen der Temperaturen sehr viel angenehmer.
Dienstag, 20.09. (47km)
Am frühen Morgen habe ich mich erstmal zum Aufwärmen ins Clubhaus begeben. Nach dem Auftauen der Finger und einem Frühstück musste ich noch mein Boot aufbauen. Schon beim Aufbau merkte ich, dass der rechte Luftschlauch nicht mehr viel Luft halten würde. Egal, es ging ja recht gut am Ammersee seinerzeit, also das Boot beladen und die Luftpumpe griffbereit hinter dem Sitz verstaut. Gegen 10 Uhr waren wir dann auf dem Wasser. Und ich musste erstmal wieder paddeln lernen ohne Steuer. Verflixt war das schwer.
Das Boot zog immer nach links, was auch immer ich anstellte. Die ersten 4km Kanal waren schnell gepaddelt. Auch die Gewässergröße war gewöhnungsbedürftig. Irgendwie alles sehr klein so gegenüber der Donau. Die Kanalmündung bei km 387 in den Main änderte daran nichts. Aber herrlich ruhig war's. Am ersten Zeltplatz musste ich eine Rast einlegen. Luft nachpumpen war angesagt. Das wollte ich zwar im Boot sitzend machen, ging aber nicht so richtig. Auch der Sitz war irgendwie unmöglich. Ich hatte meinen Packsack mit Luftmatraze und Schlafsack längs eingesetzt. Leider sank ich allmählich immer tiefer und weiter nach hinten runter. So ging das nicht mehr lange. Gegen das stete nach Links ziehen des Bootes habe ich noch etwas das Gewicht nach vorn verlagert, damit die Spitze tiefer im Wasser liegt und so die Drehbewegungen reduziert wurden. Hat aber nicht viel gebracht.
So sind wir bis kurz vor Sonnenuntergang den Main runtergefahren. Die Schleusen waren kein Problem zu zweit, auch wenn Biff sie nicht selbst bedienen wollte. Dabei war sie immer vor mir dort. Nach der Schleuse Ottendorf, der letzten des Tages, suchten wir uns am Steilufer eine Ausstiegsstelle und schlugen unsere Zelte auf dem Damm auf. Mir schmerzte die Schulter wegen des ständigen Linkspaddelns. So konnte es nicht weiter gehen.
Mittwoch, 21.09.(44km)
Eine ruhige, kalte Nacht endete etwa um 8 Uhr. Beim Beladen kam der Sitz-Packsack nun quer ins Boot, und alles Schwere von vornherein in den Bug. So gings dann etwa um 10 Uhr los. Die neue Sitzlage war gut, allerdings fehlte noch immer etwas Abstand des Rücken zum hinteren Lukenspant. Entweder improvisiere ich noch eine Rückenlehne oder nehme doch den Sitz mit.
Bis nach Schweinfurt zum DJK. Der kleine Bootsclub hinter dem Yachthafen hiess uns herzlich willkommen. Der Weg zum Baumarkt in Schweinfurt war schnell erklärt und der Bauschaum samt Döner fix besorgt. Nach 3 Stunden in Schweinfurt war der rechte Luftschlauch mit Bauschaum gefüllt und das Boot wieder fahrbereit. Die Verarbeitung verlief anders als geplant, aber nach dem Aufblasen blieb der Schlauch nun fest gefüllt. Und ein völlig anderes Fahrgefühl machte sich breit. Kein Linksdrall mehr, und Tempo war ebenfalls kein Problem mehr. So kann's weitergehen!
Wegen des langen Aufenthalts sind wir nicht ganz so weit gekommen wie geplant. Die Nacht verbrachten wir auf einem normalen Zeltplatz im alten Mainarm Eschendorfer Mainschleife bei Volkach. Sehr teuerer Platz, aber viel Komfort.
Donnerstag, 22.09.(ca. 45km)
Beim Einladen konnte ich feststellen, das der Bauschaum ausgehärtet war. Die From hielt der Schaum auch ohne Luftfüllung, was mir ja nur entgegenkam. Bis auf das Festmachen des Sitz-Sacks. Das war nun sehr mühsam. Aber besser so.
Nach recht frühem Start gings zügig die alte Mainschleife runter. So wie da sollte es öfter sein, gute Strömung, keine Lastschiffe, keine Schleuse. Naja, wird wohl nie wieder so. Leider erinnere ich mich jetzt nicht mehr an die Details. Bis zum Abend sind wir jedenfalls nicht nach Würzburg gekommen. Die Übernachtung sollte in einem Yachtclub sein, wo man uns aber weiter auf einen Campingplatz schickte. Der war nicht weit weg, aber unfreundlich war's trotzdem.
Freitag, 23.09.(ca. 45km)
Nach dem Frühspurt trödelten wir durch Würzburg. Vom Main aus sieht die Stadt sehr imposant aus. Auf dem Wehr an der Umtragestelle haben wir ein Wenig Sightseeing gemacht. Ich bin dann weitergefahren, während Biff noch etwas weiter sich hat treiben lassen. Unterhalb jeder Menge Weinberge ging's dann bis nach Wernfeld. Der dortige Yachtclub nahm uns freundlich auf.
Samstag, 24.09.(50km)
Biff startete immer früher. Die Ziele steckte sie immer weiter. Im Eiltempo sind wir durch Gemünden, Lohr und Marktheidenfeld bis zum Autobahncamping vor Wertheim. Es wurde schon dunkel, als wir ankamen. Die zwischenmenschliche Temperatur sank auf den Nullpunkt. So hatte ich mir das nicht vorgestellt.
Sonntag, 25.09.(47km)
Nach dem Blitzstart vom Autobahncamping fuhren wir eiligst bis nach Kleinheubach. Wertheim und Miltenberg blieben völlig unbeachtet am Ufer liegen. Der Kleinhaubacher Wassersportclub war unsere Ruhestätte, mit riesiger Wiese nur für uns. Nur die Duschen sind nicht mehr so ganz modern.
Montag, 26.09.(48km)
Frühstart. Kein Morgennebel, also startete Biff schon kurz vor 9 Uhr. Wörth, Aschaffenburg, egal. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit passierten wir die letzte Schleuse, und irgendwo zwischen Karlstein und Gr. Welzheim landeten wir im Dunkeln auf einem bereits geschlossenen Zeltplatz.
Dienstag, 27.09.(31km)
Kurz nach Sonnenaufgang wurde mir klar, dass Biff heute noch früher starten würde. Kurz nach 8 Uhr waren wir unterwegs. Gegen 11 Uhr waren wir an der Staustufe in Mühlheim, meiner letzten auf der Strecke. Die Verabschiedung fiel sehr kurz und kühl aus, Biff hatte es extrem eilig. Ich bin in Mühlheim angelandet, aber da an der Fähre gibt es keine Telefonzelle und nichts zu Mittagessen. Auf der anderen Seite wurde ich fündig und vereinbarte die Abholung um 16 Uhr am Ruderclub Undine in Fechenheim. Dadurch sollte mir Zeit genug bleiben, alles zu trocknen.
So um 14 Uhr war ich dann endlich unter der Fechenheimer Brücke durch. Ich musste beim Segelclub das Boot rausholen, weil alles am Ufer abgesperrt ist. Die Leute am segelclub liessen mich wenigstens raus auf die Strasse. Kaum hatte ich die letzten Teile des Bootes zerlegt und halbwegs sauber und trocken bekommen, kamen meine Mutter und mein Bruder auch schon zum Abholen. Der Bauschaum-Luftschlauch war natürlich nicht mehr faltbar, also hatte ich kein Faltboot mehr. Wir haben zusammen alles eingeladen und sind dann zu meiner Mutter nach Hause. Den Abend vertrieben wir uns mit Schwätzen und Essen.
Mittwoch, 28.09.
Ich bin schon früh zu meinem Bruder. Der wartete schon lange auf seinen neuen Computer und heute war es endlich soweit. Es vergehen einige Stunden mit Schwätzen und Einrichten, danach sind wir zum Essen bei Muttern gewesen. Den Abend war meine Mutter bei ihrer Chorstunde und ich habe mich mit dem Fernseher vergnügt. War nicht so spannend.
Donnerstag, 29.09.
Bin mit meinem Bruder zu Andreas gegangen. Die beiden arbeiten intensiv (ok, manchmal) an Yohoho!, und wir haben zusammen gefrühstückt. Danach sind wir noch ein Wenig Computerspielen bei meinem Bruder gewesen. Und abends war ich dann nochmal eine Weile mit Muttern vorm Fernseher gesessen.
Freitag, 30.09.
Den Tag habe ich den Seums gewidmet. Nach dem Hinlaufen war aber erstmal keiner da. Hätte doch erstmal anrufen sollen. Wo ich dann schonmal in Bieber war, bin ich erstmal einen Kaffee trinken gegangen. Und wer sitzt da? Mein ehemaliger Deutschlehrer, Herr Kahlert. Ich glaube, er hat mich auch erkannt, aber ich wollte mich nicht zu ihm setzen.
Nach dem Kaffee bin ich nochmal zu Seums, und diesmal hat Gerd aufgemacht. Überrascht war er, ziemlich sogar. Am späten Nachmittag kam dann noch die Geli von der Arbeit. Die traditionellen Spaghetti zum Abendessen waren natürlich genauso dabei wie das viel zu späte Verabschieden. Gerd hat mich dann nach Hause gebracht.
Samstag, 01.10.
Gegen Mittag bin ich zum Weiterreisen nach Rüdesheim aufgebrochen, Markus besuchen. Vom Bahnhof in Rüdesheim aus muss man erst noch den Berg rauflaufen, so 30 Minuten Weinbergauf, danach noch auf der Strasse weiteraufwärts. Auf Anhieb richtig gefunden habe ich es, mich nicht im Berg verlaufen. Viel Gekoche und Gerede den ganzen Abend. Markus zieht bald in eine größere Wohnung im selben Haus. Da bin ich mal gespannt.
Sonntag, 02.10.
Heute abend kommen noch mehr Leute her, deswegen den ganzen Tag gekocht, gebacken, geschwätzt. Und Abends kamen dann Hoschi, Loscho, Walther und seine Freundin (immer vergesse ich den Namen!). Nach dem Reinschleppen der für Markus neue Wohnung mitgebrachten Möbel verschwindet Hoschi wieder. Seine Frau musst plötzlich ins Krankenhaus. Loscho blieb aber da. Kurze Zeit später kamen Schulz und Frau (und schon wieder ein Name vergessen). Das Lokal, zu dem uns Markus brachte, war zu, also sind wir doch zum "Schönen Michel". Dort waren wir die letzten Gäste um 23Uhr. Weitergefeiert wurde bei Markus bis keiner mehr wollte.
Montag, 03.10.
Walther war das Taxi nach Offenbach, musste aber schon um 11Uhr zu einer Feier dort sein. Also wurde früh gefrühstückt und dann gleich ab in den Unimog. Mieser Komfort, aber schneller und billiger als Bahnfahren. Bin von seiner Frau noch bis vor die Türe bei meinem Bruder gebracht worden, vielen Dank nochmal.
Die Verabschiedung bei meinem Bruder fiel recht kurz aus, er war noch nicht ganz aufgestanden. Bin dann weiter zu Muttern, alles wieder um- und einpacken. Es gab kein Geld vom Automaten und natürlich kein Bayern-Ticket. Das wollte ich dann im Zug mit der EC-Karte kaufen, das geht aber nicht mehr. Nur noch Bargeld im Zug. Deswegen schmeisst mich der Schaffner in Gemünden raus, dort soll ich nach dem Kartenkauf noch einen Zug erwischen, der mich 10 Minuten später zum Umsteigen in Würzburg bringt. Den habe ich aber verpasst, habe den Zug nur noch Wegfahren gesehen.
Neue Zugverbindungen gesucht, damit ich nicht 2 Stunden dumm rumstehen muss. Gibt aber nur einen Zug, mit dem ich nicht in WÜ umsteigen muss, aber immernoch eine Stunde warten in Gemünden und eine Stunde in Treuchtlingen. Ich war also doch erst 2 Stunden später in Augsburg...

